Historische Orte

Ain Dara

 

Standort des archäologischen Dorfes (Ain-Dara) in Afrin Ain-Dara ist ein kleines Dorf im Nordwesten Syriens in der fruchtbaren Talebene des Afrin. Es wird von drei Seiten umgeben und grenzt im Westen an den Fluss Afrin. Das archäologische Dorf besteht aus Denkmälern, einem Tempel mit verschiedenen Statuen sowie vielen Inschriften und Reliquien. Außerdem ist ein Basaltgemälde aufzufinden, welches die Göttin Ishtar darstellen soll. Ain-Dara wird in zwei Teile geteilt. Der erste Teil befindet sich im Süden, eine kleine Landhöhe von etwa 1000 Quadratmetern. Es ist ein landwirtschaftliches Dorf aus der Jungsteinzeit, das vor zehntausend Jahren von Menschen bewohnt wurde. In diesem Teilgebiet gab es keine umfangreichen Ausgrabungen, sondern nur einige, in denen Feuersteinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit entdeckt worden sind. Das zweite Teilgebiet liegt im Norden. Es beansprucht entgegen dem ersten Teilgebiet eine große Fläche von 4600 Quadratmetern und enthält ausschließlich flache Grundstücke. Am Ende des zweiten Jahrtausends v. Chr. war dieses Teilgebiet von Verteidigungsmauern und Türmen umgeben und umfasste den bekannten Hügel von Ain-Dara mit einer Fläche von 7.500 Quadratmetern. Dieses Gebiet wird durch den berühmten archäologischen Tempel ausgezeichnet. Der Tempel von Ain-Dara stammt aus der Zeit um 1300 v. Chr. und sein Bau gilt als einer der bedeutendsten und ikonischen Tempel dieser Epoche. Der Tempel wurde im Jahr 1954 entdeckt, als ein Hirte auf einen Basaltlöwen, der sich auf dem Hügel befand, aufmerksam wurde. Der Tempel hat einen aus Kalk- und Basaltstein gepflasterten Innenhof, in dem sich zusätzlich ein Brunnen mit Becken befindet. Zwischen dem Hof und dem Eingang ist eine 70 Meter lange Treppe, die zum Tempel führt. Zwei große Löwen auf beiden Seiten schmücken den Eingang. Forscher bestätigen, dass dieser archäologische Ort auf die Anfänge der hethitischen und hurritischen Zivilisation zurückführt. Der Tempel zeigt den Stil der Hurri-Mittani auf. Diese Form der Konstruktion herrschte zwischen den Jahren 1200-700 v. Chr.. Außerdem bewiesen die Ausgrabungen von Ain-Dara die enge kulturelle Verbindung zwischen der westlichen Region Kurdistan

 

 

(Kurdistan, Syrien) und den Heithitern, da Bruchteile von Hieroglyphen der Hethiter gefunden wurden. Die Geschichte der menschlichen Existenz im nördlichen Teil des Ain-Dara führt bis ins vierte Jahrhundert v. Chr. zurück und dauerte mit Unterbrechungen bis in die osmanische Zeit. Durch archäologische Ausgrabungen wurden Gräber, Gläser, Siegel, Geschirr und die Fundamente von Häusern neben dem Tempel gefunden. Die antike Region Ain-Dara erlebte verschiedene Epochen der Geschichte wie die der hurri-mittanischen und der hethitischen Zivilisation sowie die Achaemeniden Periode 530-330 v. Chr.. Auch aus der griechisch-seleukiden Periode von 330-80 v. Chr. wurde griechische Keramik und eine große Menge Silber gefunden. Außerde, wurden aus der byzantinischen Zeit 969 v. Chr. Bronzekreuze gefunden. Einer der wichtigsten archäologischen Funde sind Goldmünzen aus verbrannten Häusern, die den byzantinischen Zaren gehörten. Nach dem Niedergang der byzantinischen Herrschaft der Türken und der islamischen Eroberungen in Nordsyrien und Zentralanatolien im Jahr 1086 wurde das historische Dorf Ain-Dara niedergebrannt und zerstört. Der Tempel von Ain-Dara, der wahrscheinlich der Verehrung der Göttin Ishtar und des Gebirgsgottes gewidmet wurde, ist das wichtigste Glied in der Reihe der Tempel Kurdistans und des Nahen Ostens vom dritten Jahrtausend v. Chr. bis zum ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus. Ende Januar 2018 wurde der Tempel durch Flugzeuge der türkischen Luftwaffe während des Angriffs in Afrin beschädigt. Auch die Zivilisten und archäologische Stätten wurden während des Angriffs unter Beschuss genommen. Laut Berichten wurden mindestens 60 Prozent des Tempels infolge der türkischen Aggression zerstört und in Schutt und Asche gelegt. Die Luftangriffe wurden erstmals von einem Bewohner am 23. Januar 2018 gemeldet. Anschließend veröffentlichte das syrische Ministerium für Kultur und Antiquitäten eine Erklärung, in der der Diebstahl von Antiquitäten aus archäologischen Stätten in der Türkei verurteilt wurde.